ein reichhaltiges Buffett,mit allem was das Herz begehrtCZ. Bonneberg/Am ersten Samstagvormittag im Oktober 2017duftete es im Gemeindehaus nach Brötchen, Rührei, Pizzaschnecken, Mandarinen und vielen anderen leckeren Köstlichkeiten. Über 40 Leute ließen sich zum Bibelfrühstück Spezial, mit dem Thema: „ Die Kunst zu verzeihen“, einladen. Gegen halb zehn wurde der Saal immer voller, schnell wurde noch ein Tisch dazugestellt, so dass jeder einen Platz finden konnten. Nach der Begrüßung wurde das traditionelle Morgenlied des Bibelfrühstücks gesungen. Mit so vielen kräftigen Stimmen, hörte sich das Lied: „ Ein neuer Tag beginnt und ich freue mich, ich freu mich Herr auf dich“, richtig voll und rund an. Nachdem eine kleine Geschichte zum Einstieg in das Thema und zum Schmunzeln vorgelesen wurde, konnte der Festschmaus beginnen. Alles, was das Herz und auch der Gaumen begehrt, war liebevoll vorbereitet. In lockerer Atmosphäre und mit guter Laune und Heiterkeit wurde an den Tischen ausgiebig geplaudert. Vor dem Referat von Frau Heidi Krause-Frische aus Minden, stimmten alle in das Loblied, „ All´die Fülle ist in dir, oh Herr“, ein. Mit den Worten: „In der heutigen Zeit werden so viele schlechte Nachrichten verkündet, habe ich es mir auf´s Herz gelegt, gute Nachrichten weiter zu tragen“… begann Frau Krause-Frische ihr Referat. "Wer verzeiht - lebt länger, dass haben Studien ergeben".

viele, viele Köstlichkeiten"Es ist eine Wohltat für die Seele, es gibt keine bessere Medizin. Das hört sich alles sehr einfach an, aber unsere Not liegt darin, dass es nicht so einfach ist. Bei Kindern sieht man oft, dass Streit eine kurze Angelegenheit sein kann. Noch eben ruft das Mädchen: Du bist nicht mehr meine Freundin, und einige Zeit später sieht man sie vertraut mit aneinander spielen, als wäre nichts gewesen. Bestimmte Dinge können wir vergeben, aber schwierig wird es, wenn uns jemand schrecklich enttäuscht hat. Wohin mit dem Scherbenhaufen?  

In Filmen ist so etwas möglich, alles wendet sich zum Guten auch wenn es unmöglich erscheint, am Ende ist alles wieder gut. Und das in 1 ½ Stunden. Doch im wahren Leben sieht es anders aus. Wunden brauchen Zeit, Zeit zum Heilen. Denn vor dem Vergeben steht die Verletzung. Der Schmerz ist ein starkes Signal.


Wir sind alles verletzliche Wesen und Menschen, und die, die uns gut kennen, wissen genau, wo diese Stelle ist. Wo wir verletzlich sind. Wo man pieksen muss, damit es wehtut. So wie es in der Nibelungensage bei Siegfried dem Drachentöter heißt. Er tötet den Drachen, badet in dem Blut, weil er merkt, dadurch unverwundbar zu sein. Jedoch eine kleine Stelle zwischen den Schultern bleibt frei. Ein Lindenblatt klebt dort, an diesem Punkt ist er verwundbar. Das wird ihm zum Verhängnis, denn seine Frau Kriemhild verrät das Geheimnis. Er wird getötet.
Jeder Mensch steckt in seiner Haut, ich in meiner - und jeder in meiner Umgebung in seiner. Wo Menschen zusammen sind, reiben sie sich, verletzen sie sich.
Ein Sprichwort sagt, die Zunge geht immer dahin, wo der Zahn weh tut. Wir kreisen mit unseren Gedanken und Erinnerungen immer da, wo es schmerzt. Es wirkt wie Salz auf der Wunde.
Jung und alt sind dabeiAber nicht nur uns wurde es zugefügt, wir haben es anderen auch zugefügt.
Doch nun die gute Nachricht. Der Schmerz ist hilfreich. Wir müssen aber zuvor den Ursachen auf den Grund gehen. Da ist etwas wund, da muss was heilen. Aber rechne damit, dass es nicht nur mein Kummer ist.
Oft hat das Ganze eine längere Vorgeschichte. Der Bruch kommt nicht wie ein Wolkenbruch. Viele Nöte haben ihre Vorgeschichte.


Man kann es vergleichen, wie mit einem Konto. Bei einer Freundschaft oder Ehe wird ein gemeinsames Konto eröffnet. Durch viele Nettigkeiten und Aufmerksamkeiten wird es angefüllt. Beide füllen gemeinsam das Konto, zwischen durch wird auch mal was abgehoben, aber es wird auch wieder aufgefüllt. Doch dann fängt es an, es wird kaum noch etwas investiert. Es kommt in die „roten Zahlen“. Es wächst ein Klima, das empfänglich für Verletzungen und Kränkungen ist. Gefährlich ist der Mangel an Guthaben auf dem Beziehungskonto. Kränkungen kommen von dem Wort krank. Sie können krank machen, körperlich, sowie auch seelisch.
Die entscheidende Frage ist: Wie groß ist mein Wunsch, dass die Beziehung wieder heil wird?


Wichtig ist es wahrzunehmen und verstehen zu lernen. Vergeben und Verzeihen ist eine Kunst, eine Lebenskunst. Die uns unser ganzes Leben begleitet, vermutlich bis zum letzten „Schnaufer“.
Nach dem Duschen ist der Badezimmerspiegel beschlagen. Wir haben die Möglichkeit, den Spiegel so zu lassen und es ganz gut zu finden, dass man nicht alles so genau sieht. Oder den Spiegel abwischen und zu sehen, wie es wirklich ist. Oft haben wir Bilder von uns, wie wir gern wären. … „Natürlich vergebe ich andern, und nachtragend bin ich auch nicht…“ Aber die Realität ist ganz anders.


Da gibt es die Archäologin, - sie ist sehr historisch. Sie weiß wo man graben muss, und wird immer fündig.                                                                       Dann diejenige, die ganz genau vermittelt, dass sie vergeben hat. Aber so deutlich, dass der andere es genau weiß.                                                               Die Gemütliche, - ach das wird schon wieder.                                                                                                                                                      Die Skeptikerin, - das wird sowieso nichts mehr, da kann man nichts machen                                                                                                                     Die Verbitterte, - womit habe ich das verdient, ich habe so viel investiert.                                                                                                                     Die Zicke, - die blöde Kuh, die kann mich mal, mit mir nicht mehr                                                                                                                                                     Die Rächerin, - sie lässt die Person genau den Schmerz spüren. Sie schlägt zurück und wirft mit glühenden Kohlen. Doch wer hat die Kohlen in der Hand?      Ihr tut es am meisten weh. Der Wurf trifft nur kurz. Die Kohlen in der Hand ist viel schmerzhafter.


Wir brauchen Befreiung -  wir brauchen Heilung.                                                                                                                                                                       Wichtig ist, dass dieser Satz unser Herz erreicht .Dass er nicht nur irgendein gehörter Satz bleibt, sondern unser Herz verändert.
über 40 Leute haben sich einladen lassenJesus, ist der weltbeste Arzt. Eine Bibelbericht schildert: Eine Frau wird beim Ehebruch ertappt. Jesus soll die Bestätigung zur Steinigung geben. Alle haben schon ein Wurfgeschoss in der Hand. (Doch wo ist eigentlich der Mann, der gehört doch auch dazu ???) Jesus bleibt ganz ruhig und sagt nur einen Satz: „Derjenige, der ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein“. Da erkennen die Ankläger sich selbst. Sie sind zwar empört, aber wissen, dass sie auch Schuld tragen. Die Empörer ziehen ab. Die Frau hat erfahren, Jesus schaut nicht auf mich herab, er verurteilt mich nicht. Er ist barmherzig, aber es ist nicht billig. Er sagt: „Sündige hinfort nicht mehr.“


Beziehungen können heilen, wenn einer aufbricht und sagt, „Ich fange an!“             Ich zahle wieder auf dem Beziehungskonto ein.
Die Risiken und Nebenwirkungen ernst nehmen. Wir sagen oft nicht, wenn wir verletzt sind, aber wir zeigen es. Aber beim Nachtragen bin ich diejenige, die trägt und schleppt.                                                                                                 Wenn unser Mund schweigt, dann schreien unsere Organe.
Der Arzt Jesus hat uns eine Medizin verordnet und sie hilft auch. Möglichst täglich anzuwenden. Im Vater Unser beten wir… „ und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ In der Schule bei Jesus zu sein, mit dem Hauptfach Vergeben.
Gespräche sind wichtig und Jesus zu bitten, „komm Du in unsere Mitte“.                                                                                                                        Wer an seinem Schmerz festhält, betrügt sich selbst. Was für ein Gott, der sich so väterlich und fürsorglich um seine Kinder kümmert. Vergebung ist seine Erfindung. Vergebung ist ein Prozess. Auch 1000 Meilen beginnen mit dem ersten Schritt. Drei Schritte können helfen. Tu Dir doch nicht selber weh.           Genau da beginnt der Prozess, wo ich spüre, ich will es nicht mehr. Zuvor waren da Wut und Trauer. Verzeihen ist eng mit dem Wort verzichten verbunden. Vergeben, weggeben. Ich gebe die schwere Last meiner Seele weg, denn die glühenden Kohlen, die ich auf andere werfen will, tun mir nur selber weh.
Die Bibel rät, schütte dein Herz aus
Danke für die guten GabenVerharmlose den Schmerz nicht. „War doch nicht so schlimm“.                                          Es muss ausgesprochen werden. Sei nicht konfliktscheu.
Verzeihen heißt aber nicht, ich knüpfe eine Bedingung daran. Verzeihen ist eine Stärke, die mir von Gott verliehen ist. Jede Beziehung hat schöne Erinnerungen, bin ich bereit zu verzeihen, auch wenn es schwer fällt?
Der Herr gibt das sehende Auge und das hörende Ohr. Dann kann ich sagen: „Verzeih mir!!!“ Und verzeih dir selbst. Kein Mensch kommt ohne Schuld durchs Leben, wir sind auf Vergebung angewiesen, schließt Frau Heidi Krause-Frische Ihr Referat.


Passend zum Thema und abschließend schmetterten alle das Lied: „ So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein“ und ein rundum gelungener Vormittag ging zu Ende. Danach fanden sich viele, viele fleißige Hände, die tatkräftig alles wieder an Ort und Stelle beförderten. Nur gemeinsam ist so etwas möglich. 1000 DANK!!!